Gorge du Verdon

Bilder: Aletta Bunge

Lavendelduft und Felsenmeer!

Wo: Gorge du Verdon, Frankreich

Beste Jahreszeit: Mai/Juni und September/Oktober.
Viele der Mehrseillängen-Wände sind, zumindest teils, südlich ausgerichtet und so im Sommer zu heiß. Im Winter kann es auf 1000m auch schon etwas frischer werden.

Schwierigkeitsgrade: 4a – 9b/+

Geniale Sektoren:

Hulk: Einer der Sportklettersektoren in der Verdon, obwohl der Zustieg auch schon etwas Schwindelfreiheit verlangt. Eine der größeren Grotten mit steilen Routen und ein paar technischeren Routen am Rand. Größtenteils versinterter und recht scharfer Fels.
Schwierigkeitsgrad: lohnend ab 7b
Must do: Hulkosaur (8b), La raie du hulk (7b), Le trou du hulk (7a)

Ramirole: Eindrucksvolle, riesige, versinterte Grotte mitten in der Schlucht, wo sich auch diverse harte Mehrseillängen befinden. Etwas Trittsicherheit ist auch bei diesem Zustieg gefragt, jedoch unterstützen die Fixseile. Für starke ambitionierte Kletterer im 8. Franzosengrad hält diese Grotte entloses Potential bereit. Wer seine Ruhe haben mag ist hier ganz richtig. Man hat eine tolle Aussicht über die Schlucht und trifft leider selten andere Kletterer. Die Grade und der Fels sind auch hier recht tough.
Schwierigkeitsgrad: lohnend ab 7b+ bis 9b

Mehrseillängen: An Mehrseillängen gibt es in der Verdon unzählige Klassiker und Qualitätstouren in allen möglichen Wandabschnitten, Himmelsrichtugen und Schwierigkeitsgraden.
Schwierigkeitsgrad: 4a bis 8c

Traumrouten:
Tom et je ris (8b+), Alix punk du Vergons (300m max 7b), Serie limite (320 max 6c+/7a) und sicher noch so viele andere Mehrseillängen in allen Graden, die wir nicht probiert haben.

Rest-Day-Activities:
Die Gorge du Verdon ist gerade im Sommer ein Touristenmagnet mit vielen Freizeitangeboten. Eine Tour mit dem Auto entlang der Schlucht mit tollen Aussichtspunkten verschafft einen Überblick über die wunderbare Landschaft und gleichzeitig kann man neue Routen auskundschaften 😉  und die Geier der Schlucht beim kreisen teils auf Augenhöhe beobachten. Am See Lac de Sainte-Croix lässt es sich bei warmen Temperaturen gut aushalten zum lesen, baden und Landschaft genießen. Selbiges gilt an verschiedenen Fleckchen entlang des Flusses mit glasklarem Wasser. Wer etwas mehr Action braucht kann eine der zahlreichen Wanderungen in Angriff nehmen oder sich z.B. in einer geführten Tour im Canyoning versuchen. Auch gibt es in der Umgebung verschiedene historische Dörfer und Anlagen zu besuchen.

Restaurant/Bars:
Der kleine Pizzawagen im Dorf La Palud sur Verdon macht für einen guten Preis ganz vernünftige Pizza. Die Burger im Lou Cafetie sind auch nicht zu verachten. Entlang der Schlucht gibt es noch mehrere Restaurants and teils tollen Aussichtsplätzen. Die Küche müsst ihr „leider“ selbst erproben.

Unser Erfahrungsbericht:
Die Gorge du Verdon ist eine ca. 20 km lange, malerische Schlucht in der französischen Provence. Die Wände auf beiden Seiten der Schlucht sind mit teils bis zu 700m absolut beeindruckend. Entsprechend der Wandhöhe ist die Hauptspielart im klettern hier auch die Begehung von Mehrsseillängen – von denen es, in so ziemlich jedem Schwierigkeitsgrad, mehr gibt als das Herz begehrt. Viele der leichteren Touren sind allerdings schon recht abgeklettert und dadurch – zusätzlich zur eh schon straffen Bewertung – etwas erschwert. Die klassische Verdonkletterei ist eher technisch, an geraden Wänden und wasserzerfressenem Kalk. Aber auch ein paar Sintertouren sind hier zu finden (z.B. Alix). Die Absicherung reicht, je nach Route, von Sportlich-Plaisir bis  zur Kompletteausrüstung fürs technische Klettern. Hier ist garantiert für jeden was dabei.

Aber auch diverse Einseillängen sind entlang der Schlucht zu finden 🙂 Diese, besonders eine, haben uns hier her gezogen.

In den Sportklettergebieten die wir besucht haben (Hulk und Ramirole) ist zunächst besonders der recht scharfe Fels aufgefallen – hier sollte die Haut vorher gut gezüchtet sein. Man findet eher steilere Sintertouren verschiedenster Qualität. Da die meisten Kletterer sich wohl doch an die Mehrseillängen halten, sind viele der Routen eher selten begangen, weshalb onsight hier ein ganz neues Ausmaß bekommt und dementsprechend auch die ein oder andere Route noch etwas gebürstelt werden darf. Aber tolle und auch noch gut abgesicherte Routen gibt es allemal! Wirklich lohnend sind diese beiden Gebiete allerdings erst ab etwa 7b+.

Die Gorge du Verdon ist allemal einen Ausflug Wert! Besonders wenn einem Mehrseillängen das Herz höher schlagen lassen oder man sich in den schwereren Sportklettertouren der riesigen Höhlen versuchen möchte.

 

CategoryReiseziele
%d Bloggern gefällt das: